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Informationen zum Lehrplan 21

01.03.2017

In den letzten Monaten haben wir Sie regelmässig über Themen im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21 und der neuen Wochenstundentafel informiert.

Wann und auf welchen Schulstufen startet der Lehrplan 21?

Im kommenden Sommer, mit dem Start des Schuljahres 2017/2018, starten wir mit dem Lehrplan 21. Der Regierungsrat hat den Fahrplan zur Einführung des Lehrplans 21 mit seinem Beschluss vom 16. Dezember 2014 definiert:

  • Der Kindergarten und die 1. bis 5. Primarklasse setzen den Lehrplan ab dem Schuljahr 17/18 verbindlich um. Die 6. Klasse wird im Schuljahr 17/18 noch nach „altem Lehrplan“ unterrichtet, damit kein Bruch im Übertrittsverfahren entsteht.
  • Die 6. Klasse startet ein Jahr später, im Schuljahr 2018/2019, mit der verbindlichen Umsetzung des Lehrplans 21.
  • Ein Jahr später wird der Lehrplan 21 auf der Sekundarschule gestaffelt umgesetzt: für die 7. Klasse wird er im Schuljahr 2019/20 verbindlich, für die 8. Klasse im Schuljahr 2020/21 und für die 9. Klasse im Schuljahr 2021/22.

Der Lehrplan 21 ist die Antwort der Kantone auf den Bundesbeschluss über die Neuordnung der Verfassungsbestimmungen zur Bildung, der vom Volk am 21. Mai 2006 mit gut 85 % angenommen wurde.

Wie ist der Lehrplan 21 aufgebaut?

Der Lehrplan besteht neu aus drei Zyklen:

  • Der 1. Zyklus deckt die Inhalte für den Kindergarten und die 1./2. Primarklasse ab.
  • Die dritten bis sechsten Primarklassen sind neu im 2. Zyklus zusammengefasst.
  • Der 3. Zyklus deckt die SEK ab.

Nach wie vor ist der Lehrplan in Fachbereiche gegliedert. In der Primarschule werden dieselben Fächer unterrichtet, die schon jetzt auf dem Stundenplan stehen. Einzig das aktuelle Fach „Mensch & Umwelt“ wird erweitert und bekommt einen neuen Namen. Im neu bezeichneten Fach „Natur, Mensch, Gesellschaft“ sind zusätzlich die Inhalte des jetzigen Fachs „Ethik und Religionen“ integriert.

Zusätzlich gibt es einen Lehrplan „Medien und Informatik“. Für diesen Lehrplan wurde aber auf der Primarschule kein eigenes Fach geschaffen. An diesen Kompetenzen bzw. Zielen, die in diesem Lehrplan aufgeführt sind, wird integriert in anderen Fächern gearbeitet.

Genau so wird auch mit den Bereichen „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ und „Überfachliche Kompetenzen“ gearbeitet.

Über die Aufteilung des 3. Zyklus in die entsprechenden Fächer werden vor der Einführung des Lehrplans 21 in der SEK informieren.

Zyklen

Was sind Kompetenzen? Wie sind sie im Lehrplan aufgeführt?

Im neuen Lehrplan 21 sind nicht mehr Lernziele oder Stoffinhalte aufgeführt, wie dies in früheren Lehrplänen der Fall war, sondern es sind Kompetenzen festgelegt.

Komptenzaufbau

In diesem Beispiel heisst die Kompetenz „Die Schülerinnen und Schüler können Rechenwege darstellen, beschreiben, austauschen und nachvollziehen.“. Die Formulierung dieser Kompetenz gilt für alle drei Zyklen, das heisst vom Kindergarten über die Primarschule bis in die Sekundarschule.

Die Kompetenz wir im Lehrplan nachher in verschiedene Kompetenzstufen aufgeteilt, die aufbauend ausgestaltet sind. In diesem Beispiel müssen die Schülerinnen und Schüler die Kompetenzstufen a – c nach dem ersten Zyklus (Kindergarten bis zweite Primarklasse), nach dem zweiten Zyklus die Kompe-tenzstufen d – f und nach dem dritten Zyklus (SEK) die Kompetenzstufen g – h können.

Da ein Zyklus über drei oder vier Jahre geht, sind sogenannte Orientierungspunkte festgelegt, die auf die Mitte eines Zyklus hinweisen (Ende vierte Klasse im Zyklus 2 und Mitte 2. SEK im Zyklus 3).

Die grau hinterlegten Kompetenzstufen formulieren den Grundanspruch. Dieser "Mindestanspruch" sollten alle Lernenden der Regelklassen bis am Ende des Zyklus erreichen.

Wie wird der Lehrplan 21 im Kindergarten umgesetzt?

Für den Kindergarten wurden im Lehrplan 21 neun entwicklungsorientierte Zugänge definiert. Da der Unterricht im Kindergarten sich stark an der Entwicklung der Kinder orientiert, stehen diese im Zentrum:
Körper, Gesundheit und Motorik / Wahrnehmung / zeitliche Orientierung / räumliche Orientierung / Zu-sammenhänge und Gesetzmäßigkeiten / Fantasie und Kreativität / Lernen und Reflexion / Sprache und Kommunikation / Eigenständigkeit und soziales Handeln

Was sind die überfachlichen Kompetenzen?

Neben den Kompetenzen in den einzelnen Fachbereichen (Mathematik, Deutsch etc.) beinhaltet der Lehrplan 21 auch überfachliche Kompetenzen. Bereits mit dem aktuell bestehenden Lehrplan wurden verschiedene Bereiche davon abgedeckt, mit dem Lehrplan 21 rücken sie aber stärker ins Zentrum.

Die überfachlichen Kompetenzen (siehe Darstellung unten) gehen über das reine fachliche Wissen heraus und sind für eine erfolgreiche Lebensbewältigung zentral. Es ist das Wissen und Können, das über alle Fächer hinweg eine wichtige Rolle spielt.

Überfachliche Kompetenzen

Medien & Informatik – die integrative Umsetzung eines Modullehrplans?

Die Thematik Medien & Informatik bekommt im neuen Lehrplan einen viel zentraleren Stellenwert.
Der Modullehrplan Medien & Informatik teilt sich in die drei Bereiche Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen auf.

Schwerpunkte Medien:  Medien verstehen und verantwortungsvoll nutzen
Schwerpunk Informatik:  Grundkonzepte der Informatik verstehen und sie zur Problemlösung einsetzen
Schwerpunkt Anwendungskompetenzen: grundlegendes Wissen im Bereich Hard- und Software

Bereits im 1. Zyklus sind Medien & Informatik im Lehrplan verankert. Das Ziel ist es nicht, dass die Schülerinnen und Schüler stundenlang vor dem technischen Gerät sitzen, sondern dass die Inhalte altersge-recht umgesetzt werden. So kann über Werbung und deren Wirkung gesprochen werden, dies hat ganz direkt mit dem Teilbereich Medien zu tun.

Auch im 2. Zyklus gibt es für den Modullehrplan Medien & Informatik kein eigenes Gefäss. In der ganzen Primarschulzeit wird nach dem integrierten Ansatz gearbeitet: Neben den Fächern Mathematik, Na-tur/Mensch/Gesellschaft und Deutsch kann auch in den Fachbereichen Französisch/Englisch (z.B. ein Hörspiel erstellen) oder auch Gestalten (z.B. Photos bearbeiten) und Musik integriert gearbeitet werden.

Was verändert sich im Unterricht?

Der Unterricht in den Schulzimmern wird nicht über die Sommerferien komplett umgestellt und anders werden. Dies hat mehrere Gründe:
Die Schul- und Unterrichtsentwicklung im Kanton Luzern hat seit mehreren Jahren schon verschiedene Teilbereiche der Kompetenzorientierung aufgenommen und umgesetzt.
Verschiedene Lehrmittel, die aktuell im Kanton Luzern eingesetzt werden, entsprechen bereits den Vor-gaben des Lehrplans 21. Die Lehrmittel im Fach Mathematik „Schweizer Zahlenbuch 1-6“ und im Fach Deutsch „die Sprachstarken 2-6“ werden weiterhin den Unterricht in diesen Fächern prägen.
Die Weiterbildung der Lehrpersonen zum Lehrplan 21 hat bereits vor zwei Jahren begonnen. Viele Teilgebiete / -aspekte sind daher schon jetzt in den Unterricht eingeflossen.

Vielfach hörte man die Angst, dass die Schülerinnen und Schüler mit dem Lehrplan 21 nichts mehr wissen müssen. Doch auch weiterhin ist das Wissen die Grundvoraussetzung, dass eine Kompetenz erreicht werden kann.
Einfach gesagt, baut das Erreichen einer Kompetenz auf WISSEN – KÖNNEN – WOLLEN auf.
Eine Schülerin oder ein Schüler ist in einem Bereich kompetent, wenn sie/er in unterschiedlichen Situationen das Problem erfolgreich und verantwortungsvoll lösen kann. Dafür braucht es ein fundiertes Wissen des Schulstoffs, so dass die Aufgabe nachher gelöst werden kann. Die Kompetenz in einem Bereich erreicht man aber erst, wenn man die Problem- bzw. Fragestellungen auch angehen und lösen will (Motivation).


Kompetenzorientierter Unterricht – 8 Merkmale

Die pädagogische Hochschule Luzern hat acht Merkmale von kompetenzorientiertem Unterricht festge-halten. Die Schule Nottwil orientiert sich an diesen Vorgaben:

Unterricht kann aber nicht nur auf das Fachliche bzw. den Lehrplan reduziert werden. Unterricht spielt sich stark auf der sozialen Ebene ab. Daher gehört auch im kommenden Jahr (mit dem Lehrplan 21) ein gutes Klassenklima und eine wertschätzende Beziehung Lehrperson – Schülerin/Schüler zur Grundvoraussetzung von erfolgreichem Lernen.


Link zur Luzerner Zeitung
Die Luzerner Zeitung hat in ihrer Ausgaben vom 20. August 2017 einen interessanten Artikel zum Lehrplan 21, zu dessen  Einführung in den Luzerner Volksschulen und zur angepassten Beurteilung der Lernenden geschrieben.

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